Eva 1941      
       
         
           
   

Bis zur fünften Auflage unter dem Titel:
"Zeit der großen Täuschungen" erschienen.
Verlag: Wissenschaft und Politik, 5. Auflage, Köln 2000
Edition: Zeitzeugen Europas
ISBN: 3-80468884-5

     
           
   

"...Die Zeit der großen Täuschungen" ist weder Beichte noch Bekenntnis , weder Abrechnung noch Entschuldigung. Vielmehr wird hier in seltener Radikalität der Versuch gemacht, am Beispiel des eigenen Lebens begreiflich zu machen, wie das nationalsozialistische Deutschland möglich werden und zwölf Jahre bestand haben konnte(...)St.-P.s "subjektives Geschichtsbuch", das in seiner Redlichkeit und Risikobereitschaft und in seiner Aversion gegen Tabus und vorgefertigte Meinungen geleich welcher Farbe und Herkunft als Ausnahmeerscheinung bezeichnet werden muß, gehört leider zu jenen Büchern, deren geringer Bekanntheitsgrad in geradezu schändlichem Verhältnis steht zu ihrer überragenden Bedeutung..."

Bruno Preisendörfer, Die horen

"...Es mutet dem Leser zu, sich auf die Perspektive jener einzulassen, die mit gutem Gewissen keinen Widerstand leisteten und von denen viele "daran glauben" mußten, weil sie "daran geglaubt" hatten."

Verlag Wissenschaft und Politik

"Die Erinnerungen und Reflexionen, die Eva Sternheim-Peters zu ihrer nationalsozialistischen Jugendzeit aufgeschrieben hat, bieten für die kritische, gedankliche Auseinandersetzung mit der "jugendidealistischen" Seite des Dritten Reiches ein Material, das so gründlich bisher in der Literatur nicht zu finden war. Eva Sternheim-Peters läßt sich eben nicht auf die weitverbreitete Neigung ein, das eigene Mittun im Dritten Reich als ein erzwungenes Verhalten oder als Resultat einer kaum noch zu erklärenden "Verführung" durch eine kleine Machtclique hinzustellen; sie beläßt es auch nicht bei dem "Schlußstrich" unter eine eigene Vergangenheit; sie versucht vielmehr, ihr "Damals" ernstzunehmen, ihre Einbindung in den Nationalsozialismus erinnernd ans Licht zu holen, dem eigenen Nachdenken heute (und dem der Leserinnen und Leser) auszusetzen.
(...)Selbst die Klage, der eigene Weg damals habe in die Irre geführt, hilft denen, die sich heute mit dem Dritten Reich auseinandersetzen wollen, nicht weiter, wenn nicht wahrnehmbar wird, aus welchen Gefühlen heraus und mit welchen Erwartungen diese nationalsozialistischen Irrwege beschritten wurden..."

aus dem Nachwort der ersten und zweiten Auflage von Arno Klönne

"...Es dürfte für die Autorin schwer gewesen sein, sich derart unmittelbar der Vergangenheit auszusetzen. Gelungen ist ihr das vollkommen. Selbst Angehöriger einer Generation, die ihre Kindheit im Dritten Reich verlebte, mußte ich gestehen, daß die Authentizität dieser Darstellung mich erstaunt, bedrückt und nachdenklich gemacht hat (...). Es kommt mir vor, als hätte ich das Gleiche er- und durchlebt.(...) Kein Wasser auf die Mühlen der Ewiggestrigen, wohl aber ein wichtiger Beitrag zum Verständnis deutscher, allzudeutscher Geschichte."

Heinz Ohff, Der Tagesspiegel

"...Was das Buch geradezu einmalig macht, ist die verblüffende Ehrlichkeit... Exakt beschreibt Sternheim-Peters das Gemisch aus gedemütigtem "Deutschland, Deutschland über alles" - Patriotismus und Wirtschaftskrise, aus Volksgemeinschaftsideologie und latentem Antisemitismus, das die "Machtübernahme in den Köpfen" ermöglichte. Es muß wohl kaum betont werden, daß das Buch angesichts des ansteigenden Rechtsradikalismus eine besondere Aktualität gewonnen hat. Umso erstaunlicher ist es, wie wenig die Erinnerungen dieser Frau bisher in den deutschen Feuilletons zur Kenntnis genommen worden sind . Ob die Brisanz des Buches entweder nicht gesehen oder für zu groß gehalten wurde, sei dahin gestellt. Festzuhalten bleibt: Wer wirklich wissen will, wie es in Deutschland zum Nationalsozialismus gekommen ist, der kann am Buch von Eva Sternheim-Peters nicht vorbeigehen..."

Das Taschenbuch der Woche, Radio Siegen

"Von den Büchern über den Nationalsozialismus ist Eva Sternheim-Peters "Habe ich denn allein gejubelt?" eines der wichtigsten. Die 1925 geborene Autorin versucht, ihre heutige Sicht auf die NS-Jahre mit ihren Erinnerungen, ihren damaligen Vorstellungen zu konfrontieren. Kaum ein anderes Buch macht Betrug und Selbstbetrug der Mehrheit der Deutschen so deutlich wie dieses."

die tagesszeitung